#14N / Europäischer Streik- und Aktionstag

#14N / Europäischer Streik- und Aktionstag
by   02:04 , 7. November, 2012 Kommentare deaktiviert

Am 14. November 2012 wird es in vielen Ländern Europas zu einem 24-stündigen Generalstreik kommen, der große Teile des gesellschaftlichen Alltags lahmlegen wird.

In Spanien, Portugal, Frankreich, Griechenland, Zypern und Malta aber auch in Italien, Großbritannien und Deutschland wird es zu Protesten kommen. Auf diese Weise werden sich Millionen Menschen gegen das Spardiktat, welches ihnen von den Regierungen und der europäischen Union auferlegt wird, erheben und für eine solidarische Gesellschaft und gegen Sozialkürzungen einstehen.

Die gesellschaftliche Entwicklung in Europa und auch in Deutschland treibt immer mehr Menschen in soziale Not und Armut. Dies zeigt sich in Ländern Südeuropas, die vom so genannten „Spardiktat“ besonders betroffen sind auf dramatische Art und Weise. Immer mehr Menschen in Europa kämpfen ums tägliche Überleben. Medizinische Versorgung oder gar Grundbedürfnisse wie tägliche Ernährung und ein Dach über dem Kopf werden immer unerschwinglicher für viele Menschen.
Die Arbeitssituation verschärft sich: Gerade in Deutschland steigt die Jugendarbeitslosigkeit. Schikanöse Leiharbeitsverhältnisse sind mittlerweile Alltag geworden. Auszubildende werden immer seltener übernommen, Löhne sinken, Lebenshaltungskosten wie Miete und Krankenversicherungsbeitrag steigen.
Schüler und Studierende stöhnen unter wachsendem Leistungsdruck durch immer vollere Lehrpläne (bei gleichzeitig verkürzter Regelschulzeit) oder das Bachelor-Master-System an der Uni. Gleichzeitig „rettet“ die Politik ihrerseits das wirtschaftliche System, welches für diese Missstände verantwortlich ist, mit ihren irrsinnigen „Rettungspaketen“ und “Fiskalpakten”.
Protestformen gegen diesen Wahnsinn werden zunehmend kriminalisiert, Maßnahmen wie ein bundesweiter Generalstreik werden in Deutschland beispielsweise illegalisiert. Anderswo in Europa prügelt die Polizei in die empörten Massen auf den Straßen.

Um diese für immer mehr Menschen unerträglichen Zustände endlich zu durchbrechen und massiven Widerstand entgegen zu setzen, wird am 14. November daher europaweit zu einem Tag des Streiks und des Protestes aufgerufen.

In Düsseldorf…

Treffpunkt: 17:00 Uhr vor dem DGB-Haus, Friedrich-Ebert-Str. 34, Düsseldorf

Düsseldorf: http://www.facebook.com/events/406205186114428/

Hauptevent: https://www.facebook.com/events/298632733575217/

 

Hier noch ein Brief von portugiesischen Aktivisten an Angela Merkel anlässlich  ihres Besuches in Portugal am 12.11. und #14N

Unterzeichner: http://carachancelermerkel.blogspot.pt/p/subscritoresas.html

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Merkel,
Zuallererst möchten wir darauf hinweisen, dass wir uns an Sie als Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland wenden, und zwar nur als solche. Wir haben Sie nicht gewählt, erkennen keine Kanzler/in Europas an. In diesem Sinne möchten wir, die Unterzeichner dieses offenen Briefes, diesen Weg nutzen, um an Sie, Frau Bundeskanzlerin, zu schreiben. Wir, die Unterzeichner, sind Bürgerinnen und Bürger des Landes, welches Sie am 12. November besuchen werden, Bürgerinnen und Bürger, die sich solidarisch mit den von den Sparprogrammen attackierten Ländern verbunden fühlen.

Aufgrund des Charakters Ihres angekündigten Besuches und vor dem Hintergrund der katastrophalen ökonomischen und sozialen Lage Portugals, betonen wir, dass Sie hier nicht willkommen sind. Sie sollten sich auf portugiesischem Territorium als persona non grata betrachten, denn Sie mischen sich eindeutig in innere Angelegenheiten ein, für die Sie kein demokratisch von den hier lebenden Menschen ausgestelltes Mandat haben.
Weil unsere Regierung seit einiger Zeit aufgehört hat, den Gesetzen und der Verfassung dieser Republik Folge zu leisten, müssen wir uns daher mit diesem Brief direkt an Sie wenden. Die Anwesenheit diverser Großunternehmer in Ihrer Gefolgschaft ist empörend. Sie, Frau Kanzlerin, bringen eine Reihe von Personen mit, die unter dem Deckmantel ausländischer Investitionen die Ruinen einer Wirtschaft begutachten sollen, die Ihre Politik hier sowie in Griechenland, Irland und Spanien hinterlassen hat. In Ihrer Delegation sind nicht nur solche Kräfte, die mit Zustimmung unserer Regierung den portugiesischen Staat gezwungen haben, sein Eigentum und seine wertvollsten Güter zu veräußern, sondern auch solche, die als potenzielle Käufer derselben von den Ramschpreisen heute profitieren.
Diese Ausführungen können nicht und dürfen nicht als nationalistische oder chauvinistische Forderungen angesehen werden – sie sind direkt an Sie gerichtet, und zwar solange, wie Sie als die Hauptförderin der neoliberalen Doktrin, die Europa ruiniert, agieren. Genauso wenig wenden wir uns an das deutsche Volk, das das demokratische Recht hat, jeden zu seinem Vertreter zu machen. In unserem Land stand Ihr Name jedoch auf keinem Stimmzettel. Wir haben Sie nicht gewählt. Wir räumen Ihnen nicht das Recht ein, uns zu repräsentieren und noch weniger, politische Entscheidungen in unserem Namen zu treffen.
Und wir sind nicht allein. Am 14. November, zwei Tage nach Ihrem angekündigten Besuch, werden wir zusammen mit unseren Brudervölkern aufbegehren. Es wird zu einem Generalstreik in vielen Ländern Europas kommen. Dies soll ein Streik gegen all die Regierungen werden, die das Vertrauen ihrer Bürgerinnen und Bürger verraten haben und immer noch verraten, und gegen die von diesen Regierungen eingeleiteten Sparprogramme. Aber täuschen Sie sich nicht, Frau Kanzlerin. Es wird auch ein Streik gegen die durch die Troika auferlegten Sparmassnahmen sein, und gegen die Kräfte, die versuchen, diese Maßnahmen als dauerhafte Regelungen durchzusetzen. Also auch gegen Sie. Und wenn wir unsere Brüder in Griechenland, Spanien, Italien, Malta und Zypern grüßen, grüßen wir auch das deutsche Volk, das mit uns leidet. Wir wissen genau, wie das deutsche Wirtschaftswunder zustande kam, nämlich auf Basis einer sukzessiven Schuldenerlassung seitens der Kreditgeber. Wir wissen, die angeblich florierende deutsche Wirtschaft beruht auf brutalen Gehaltseinschnitten seit mehr als 10 Jahren, auf der Ausweitung von kurzfristiger bzw. geringfügiger Beschäftigung, welche weite Teile der deutschen Bevölkerung in Sorge stürzt. Das zeigt, welche Perspektiven Sie auch für das deutsche Volk in petto haben.
Es ist anzunehmen, dass Sie nicht antworten. Und es ist wahrscheinlich, dass die unterwürfige, schwache und charakterlose portugiesische Regierung Sie mit Beifall und Blumen empfängt. Aber in Wahrheit wird die Art und Weise, wie diese Regierung, unterstützt von der Troika und von Ihnen, dieses Land zerstört, von der Mehrheit der portugiesischen Bevölkerung äußerst missbilligt. Auch wenn Sie einen geheimen Weg und einen privaten Flughafen wählen, um den Demonstrationen und Protesten gegen Ihren Besuch zu entgehen, seien Sie versichert, sie werden überall in diesem Land stattfinden. Diese Aktionen werden auch gegen Sie und das was Sie darstellen gerichtet sein. Ihre Delegation kann versuchen uns zu ignorieren. Die Europäische Union, der Internationale Währungsfonds und die Europäische Zentralbank können versuchen, uns zu ignorieren. Aber wir werden immer mehr, Frau Merkel. Hier und in all den anderen Ländern. Unsere Demonstrationen und Proteste werden machtvoller. Wir erlangen zunehmend besseres Wissen über die Realität. Die Geschichten, die man uns erzählte, waren nie ganz stimmig, und jetzt wissen wir, sie sind glatte Lügen.

Wir sind aufgewacht, Frau Merkel. Seien Sie in Portugal unwillkommen.

 

 

 

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